Zusammenfassung der Informationen

15. März 2020

Liebe Unternehmer/-Innen,

die Situation rund um das Virus hat sich innerhalb der letzten 5 Tage deutlich verschärft. Neben den gesundheitlichen Gefahren ist die wirtschaftliche Bedrohung vermutlich fast die Größere.

Viele Branchen sind von potenziellen Schließungen durch Quarantäne, Umsatzausfall und fehlenden Materiallieferungen existenziell bedroht. Und Stand heute kann keiner absehen, ob dieser kritische Zeitraum nur wenige Wochen, oder mehrere Monate anhalten wird. Umso wichtiger ist es, Vorsorge zu betreiben, anstatt in Panik zu verfallen.

Wir möchten sicherstellen, dass Sie als Unternehmer bestmöglich durch diese Zeit kommen und haben hier einmal den Stand heute (15.03.2020, 14:15 Uhr) von den entsprechenden Informationen und Quellen zusammengestellt.

Je nach Entwicklung der Situation in den nächsten Tagen werden wir voraussichtlich einen Newsticker auf unserer Website einrichten, hier werden wir Sie/Euch entsprechend informieren.

Bei Fragen können Sie uns jederzeit per Telefon oder E-Mail erreichen.

Beste Grüße

Nicole Werhausen



1.Sinnvolle Quellen zur Information

 
 

2. Fragen, die sich jeder Unternehmer jetzt stellen sollte

Ist der Verwaltungsbereich eines Unternehmens Homeoffice-fähig (präventiv oder im Fall von Quarantäne)?

  • Es muss die Technik für die Arbeitnehmer vorhanden sein (Notebook, PC, gute Internetverbindung, Telefon/Handy).
  • Die Technik muss entsprechend eingerichtet sein (benötige Software, VPN, Zugang zum Unternehmensserver, Kommunikationssoftware, etc.).
  • Es sollte Regeln zur Kommunikation geben (Mail, Telefon, Skype, etc.).
  • Regelung der Arbeitszeiterfassung, wenn nicht mehr „gestempelt“ werden kann.
  • Umgang mit notwendiger physischer Ablage und ggfls. lokal installierten Programmen


Ausfall im produktiven Bereich eines Unternehmens (beispielsweise Produktion, Fertigung, Bau, Projektgeschäft, Events, Logistik, Vertrieb)

  • Möglichkeiten zur Überbrückung, um finanzielle Engpässe abzumildern.
  • Mögliche Personalmaßnahmen
  • Abbau von Überstunden
  • Betriebsurlaub
  • Reduzierung von Leiharbeitern / Zeitarbeitern
  • Kurzarbeitergeld
  • Im Extremfall: Kündigungen

WICHTIG: Hierbei gibt es Stand heute neue Regelungen, siehe oben in den Quellen. Hierbei ist immer der Einzelfall entscheidend. Wir gehen auch davon aus, dass in den nächsten tagen hier weitere Informationen bereitgestellt werden.


  • Möglichkeiten zur liquiden Unterstützung
  • Darlehensaufnahme (z.B. über die KfW oder die Hausbank)
  • Finanzierung über die Hausbank (Aussetzten von Tilgungen, Erhöhung des KK)
  • fälliger Steuerzahlung
  • Diskutiert werden Steuererleichterungen (Stundungen, Herabsetzung/Aussetzung von Vorauszahlungen)
  • KfW Kredite, die im Rahmen dieser Krise mit veränderten Bedingungen zur Verfügung gestellt werden (sollen): https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html
  • Auszug: KfW-Sonderprogramm für alle entsprechenden Unternehmen, Stand 15.03.2020, 13:07 Uhr: Darüber hinaus wird die KfW je ein Sonderprogramm vorbereiten und schnellstmöglich einführen. Dafür werden die Risikoübernahmen bei Investitionsmitteln (Haftungsfreistellungen) deutlich verbessert und betragen bei Betriebsmitteln bis zu 80 %, bei Investitionen sogar bis zu 90 %. Diese sollen auch von Unternehmen in Anspruch genommen werden können, die krisenbedingt vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten (krisenadäquate Erhöhung der Risikotoleranz) geraten sind.(…) Der Start dieser Sonderprogramme unterliegt dem Vorbehalt einer Genehmigung durch die Europäische Kommission.


Abhängigkeit von Zuliefererprodukten aus China, Norditalien und weiteren betroffenen Gebieten.

  • Große Industriezweige (z.B. Automobil- und Elektroindustrie) sind abhängig von Produkten aus China, weil sie dort im großem Umfang und günstig produziert werden.
  • Bleiben z.B. Zulieferungen aus, können Produkte bei uns nicht fertiggestellt werden bzw. gibt es Produkte nicht zu kaufen.
  • Möglichkeiten?
  • Alternativbeschaffung
  • Anderen Produktmix herstellen und auf Lager produzieren
  • Drosselung der eigenen Produktion
  • Umsichtiger Einsatz der vorhandenen Lagerbestände.
 
 

 III. Was ist konkret zu tun?

  • Checken Sie einmal Ihre Unternehmensprozesse durch: Wo besteht für Sie ein mögliches Risiko?
  • Machen Sie eine Liquiditätsplanung für die nächsten 3 Monate, um eine mögliche Bedrohung erkennen zu können. Wir unterstützen Sie gerne.
  • Treiben Sie überfällige Forderungen jetzt ein, um Liquiditätsreserven aufzubauen.
  • Erstellen Sie eine Personalplanung: Welche Positionen müssen im Unternehmen vor Ort arbeiten? Wie ist eine Notfallbesetzung? Welcher Arbeitsplatz kann kurzfristig ins Homeoffice umgesiedelt werden?
  • Information und Kommunikation der Mitarbeiter
  • Durch die mediale Verbreitung des Themas entstehen Ängste. Sprechen sie daher dringen den Umgang mit diesem Thema in ihrem Unternehmen an, um Perspektive und „Sicherheit“ zu vermitteln.
  • Hinweis: Es besteht eine klare Information- und Vorsorgepflicht des Unternehmers.