Vorstand Nicole Werhausen im Interview zum Thema "Unternehmensnachfolge"

21. Dezember 2019

Nachdem unser Vorstand Nicole Werhausenin den „Expertenkreis Nachfolge“ des BVMW berufen wurde, folgte eine Interview-Anfrage  der „Ems-Achse“. Der Verein, in dem Unternehmen, Kommunen, Bildungseinrichtungen, Kammern und Verbände aus dem Nordwesten der Republik zusammengeschlossen sind, hatte Fragen rund um das Thema, mit dem sich Nicole Werhausen nicht nur im Expertenkreis, sondern auch in der täglichen Arbeit für die Werhausen AG beschäftigt. Eine Zusammenfassung des Gesprächs erscheint am heutigen 16. Dezember 2019 im gedruckten Newsletter der „Ems-Achse“ in einer Auflage von rund 10.000 Exemplaren. Um auch Ihnen die Informationen, Ideen und Einschätzungen von Nicole Werhausen zugänglich machen zu können, veröffentlichen wir das dem Artikel zugrunde liegende, längere Interview, hier in drei Teilen.
Vielen Dank an dieser Stelle an die Agentur „brandence“ aus Osnabrück, die die Umsetzung für den Verein übernommen und uns das gesamte Interview zur Verfügung gestellt hat!

Weitere Informationen zur Ems-Achse und brandence finden Sie unter www.emsachse.de, beziehungsweise https://brandence.de.

Laut einer Studie der KfW planen deutschlandweit jährlich mehr als 500.000 Unternehmen eine Nachfolgeregelung. Viele davon haben allerdings keine geeignete Kandidatin oder geeigneten Kandidaten im direkten Umfeld, der oder die den Betrieb übernehmen kann – oder will. Welche Lösungen es für eine solche Situation gibt, weiß Nicole Werhausen vom Expertenkreis Nachfolge des „Bundesverbandes mittelständischer Wirtschaft“
(BVMW).


Ihr Credo: „Das Wichtigste ist, sich frühzeitig zu kümmern!“

 

Frau Werhausen, was sind die gängigsten Modelle einer Nachfolgeregelung?

Die Frage „Wer soll es machen?“ ist in einem solchen Prozess die wichtigste überhaupt. Dabei hat sich die klassische Denke „Ich habe einen Sohn oder eine Tochter, also macht der oder die das auch“ eigentlich schon lange erledigt. Denn auch wenn ein Kind im passenden Alter vorhanden ist, heißt das noch lange nicht, dass er oder sie das Ganze auch will – geschweige denn kann. Also ob überhaupt die fachliche Qualifikation vorhanden ist. Außerdem muss beantwortet werden, wie es um die Identifikation mit dem elterlichen Betrieb bestellt ist. Denn was wir hier stark beobachten ist, dass sich die Einstellung der verschiedenen Generationen in dieser Hinsicht teils massiv verändern. Heute steht oftmals der Plan, sich selbst zu verwirklichen oder etwas Eigenes zu machen über der Tradition. Doch für diejenigen, die ihr Unternehmen weitergeben wollen, gibt es alternative Lösungen zur eigenen Familie. So ist ein Betrieb vielleicht auch in den Händen erfahrener Mitarbeiter gut aufgehoben. Ein Verkauf an Dritte ebenfalls eine Option sein. Das können externe Investoren oder auch bisherige Wettbewerber sein.

Woran müssen Firmenlenker denken, wenn sie ihr Unternehmen an Nachfolger übergeben?

Da sprechen Sie einen wirklich wichtigen Punkt an! Denn neben dem „an wen“ ist das „wie wird übergeben“ entscheidend, damit ein solcher Prozess möglichst reibungslos funktionieren kann. Um es vielleicht noch ein wenig grundsätzlicher zu machen: Zunächst muss geklärt werden, ob ein Unternehmen überhaupt übergabefähig ist. Denn gerade im Mittelstand gibt es oft noch die klassischen „Unternehmenslenker“, die die Abläufe, die Kultur – kurz das gesamte Gebilde – so auf- und ausgebaut haben, wie es für sie persönlich am sinnvollsten – oder auch bequemsten – ist. Diese Art der Organisation funktioniert genau so lange erfolgreich und gut, bis jemand anderes das Kommando übernimmt. Denn dann erleben wir als externe Berater regelmäßig, dass diese Prozesse einfach zu speziell sind, um sie 1:1 auf jemand anderes zu übertragen. Daher muss eine Unternehmens- beziehungsweise Prozessstruktur oft erst einmal umgebaut werden, bevor an eine Übergabe gedacht werden kann.

Welche Form der Nachfolge ist im Mittelstand am üblichsten?

Bis vor 15 Jahren war es sicherlich die Übergabe innerhalb der eigenen Familie. Das ist meist auch heute noch der Wunsch vieler Unternehmerinnen und Unternehmer, wenn Kinder vorhanden sind. Die beiden anderen Optionen, sprich Weitergabe an Mitarbeiter des Unternehmens oder Verkauf an Außenstehende, halten sich meiner Erfahrung nach die Waage.

 

Der zweite Teil des Interviews erscheint am 02. Januar an dieser Stelle.