Wie weit sind „wir“?

24. Oktober 2019

Digitalisierung – wohl kein Schlagwort begleitet die deutsche Wirtschaft schon so lange wie dieses. Und keines bezeichnet wohl so gravierende Umbrüche, wie wir sie alle in den letzten Jahren erlebt haben – und noch erleben werden. Denn in jedem Bereich – privat wie beruflich – verändert sie nahezu alles. Sei es das Verhalten von Menschen in der U-Bahn (auf das Smartphone starren statt Buch lesen) oder die Digitalisierung ganzer Produktionsprozesse, das Selektieren von Lieferanten oder das digitale Recruiting neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Schlagworte wie DSGVO, Social Media und „Kollaboration“ tun ein Übriges.

Schon alleine aus diesen Gründen sollte man meinen, dass das Thema Digitalisierung mittlerweile jeden Unternehmer, jede Unternehmerin und jedes Unternehmen in Deutschland erreicht hat. Deren Umsetzung und Implementierung schien geradezu perfekt in die schon langanhaltende und wirtschaftlich äußerst komfortable Hochkonjunkturphase hineinzupassen. Denn Aufträge gibt es genug und Geld somit in der Regel vorhanden.

Doch glaubt man einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens „Comteam“ sind nur wenige Akteure in der deutschen Wirtschaft überhaupt bereit, geschwiege denn (gut) vorbereitet auf die aktuellen und kommenden Herausforderungen. Das betrifft Unternehmen wie Mitarbeiter gleichermaßen. Betrachtet man hingegen die Großunternehmen, sind diese deutlich besser aufgestellt. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fühlen sich entsprechend besser vorbereitet.

Doch für den Mittelstand wird die weniger gute Ausgangslage aller Voraussicht nach Folgen haben. Denn tritt die sich abzeichnende Abschwächung der Konjunktur ein, stehen ihnen schwere Zeiten ins Haus. Betriebe werden unter Druck geraten, ihre „digitalen Defizite“ aufzuholen, um überhaupt wettbewerbsfähig zu bleiben. Und das bei einer dünneren Auftragslage mit entsprechend weniger Umsatz und Gewinn. Diese Kombination kann verheerend sein, da Digitalisierung kostet – Zeit, Geld und (persönlichen) Einsatz. Und damit all das, was gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten noch weniger vorhanden ist als in einer Boomphase.

Ob vermeintlich „vorbereitet“ oder nicht. Ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Aspekt „der Digitalisierung“ wird sehr häufig übersehen – und das besonders im Mittelstand. Denn moderne Technik alleine reicht nicht, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Es geht – und damit kommen wir zurück zum Ausgangspunkt –  um eine völlig veränderte Arbeitsweise. Ein neues „mindset“. Das betrifft zu allererst die Unternehmerinnen und Unternehmer selbst. Nur wenn sie Digitalisierung begreifen, „leben“ und auch „vorleben“ kann die Umstellung des eigenen Betriebes gelingen.

Die bereits zitierte Studie zeichnet dabei ein relativ düsteres Bild. Und daher stellt sich die Frage, ob die Zukunft tatsächlich so bedrohlich ist.

Denn: Eben dieses Szenario birgt einmalige Chancen! Chancen für Unternehmen, die sich durch „digitale Neuaufstellung“ weiterentwickeln. In den kommenden Monaten schlägt die Stunde derjenigen, die sich frühzeitig mit dem Thema Digitalisierung beschäftigt haben, die – vielleicht im Verborgenen – einen Teil der Gewinne der letzten Jahre reinvestiert haben, um sich auf die neuen Bedingungen einzustellen.

Das der Mittelstand hier nicht chancenlos und teilweise bereits weiter als Großunternehmen ist, beweisen schon heute eine ganze Reihe an Beispielen.

Wie das von bei Vanessa Weber, die mit 18 Jahren die Nachfolge beim Familienunternehmen „Werkzeug Weber“ mit Sitz in Aschaffenburg antrat. Sie hat konsequent die digitalen Kommunikationsmöglichkeiten wie die eigene Website und soziale Medien genutzt, Ihr Ziel: Einem drohenden Fachkräftemangel entgegenwirken, indem die Netzwerke der eigenen Mitarbeiter zum Recruiting genutzt werden. Nicht zuletzt durch diese Maßnahmen gilt Werkzeug Weber heute als attraktiver Arbeitgeber. Das Schalten von Stellenanzeigen konnten sich Vanessa Weber und ihr Team bislang sparen.

Eine weitere Erfolgsgeschichte betrifft das Thema „digitale Bauakte“. Diese sind mittlerweile Standard im Garten- und Landschaftsbau. Die Digitalisierung wird hier vor allem auf kommunaler Ebene vorangetrieben. Unter anderem, um die Antragstellung beim jeweiligen Bauamt zu verschlanken und damit zu beschleunigen. Unternehmen, die für Kommunen tätig sind, werden damit gezwungen, sich mit diesem Thema Digitalisierung auseinanderzusetzen und digitale Bauakten in ihre Organisation zu integrieren.

Die Botschaft dieser beiden Beispiele: Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand!

Wecken Sie Ihre Potentiale und gehen Sie konsequent den Weg der Digitalisierung. Sowohl in der Unternehmensführung als auch bei der Technik. Wenn Sie dazu einen Sparringspartner suchen, ein Team, das Ihnen die Potenziale ihres Unternehmens aufzeigt, dann sprechen Sie uns an! Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre E-Mail. Gerne treffen wir Sie auch persönlich um in einem kostenlosen ersten Gespräch die (digitalen) Möglichkeiten Ihres Unternehmens herauszuarbeiten.