Kluge Vorbereitung anstatt blinder Panik

4. März 2020

Es ist schon jetzt eines der bestimmenden – wenn nicht das bestimmende Thema des Jahres 2020: der Corona-Virus, auch „Covit 19“ genannt. Schon jetzt (Stand: 4. März 2020) gibt es massive Auswirkungen auf Bevölkerung und Wirtschaft. Und das nicht nur in China. So hat die US-Notenbank aufgrund der angespannten Situation den Leitzins gesenkt. Hierzulande wurden laut Redaktionsnetzwerk Deutschland bereits 230 Messen verschoben oder abgesagt. Gleiches gilt für Kongresse und Dienstreisen. Das bedeutet massive Einnahmeausfälle für Branchen wie Messebauer, Hotelerie, Caterer oder das Taxigewerbe. Welche Branche es als nächstes trifft, ist aktuell noch unklar.

Eine klare Einschätzung von Medien, Politikern und Wissenschaftler gibt es aktuell kaum, als Unternehmer sollten Sie jedoch wesentliche Punkte beachten und durchdenken.

Das Wichtigste- und naheliegendste – die Hygiene.

  • Händewaschen, Handkontakt vermeiden sowie größere Menschenansammlungen vermeiden, das leuchtet jedem ein.
  • Weitergedacht, landet man schnell bei ganz banalen Themen des Büroalltags: Obstschalen oder Ähnliches: Nicht alles anfassen und unbedingt vor dem Verzehr abwaschen!

Unabhängig von diesen Vorsichtsmaßnahmen ist die Frage, was Sie konkret für Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter vorbereiten müssen.

 

Sind Bürotätigkeiten aus dem Homeoffice denkbar?

Die gute Nachricht: Die Unternehmen, deren Kerngeschäft nicht auf Produktionsanlagen oder Maschinenparks fußt, haben verhältnismäßig gute Chancen, der Bedrohung durch mehrwöchige Schließung des Standortes aufgrund von Quarantäne vorzubeugen. Denn mit Laptop ausgerüstet und zentralem Zugang zu notwendigen Daten kann in vielen Fällen von Zuhause aus gearbeitet werden, vorausgesetzt die Infrastruktur ist auch entsprechend ausgelegt. Wir bei der Werhausen AG haben dieses Szenario bereits durchgespielt und sind zum Ergebnis gekommen, dass wir alle für zwei bis drei Wochen aus dem Homeoffice heraus einsatzbereit wären. Wir haben aber auch schon von befreundeten Unternehmen gehört, dass dort derartige Strukturen wie Laptops, Onlinezugriff etc. noch nicht flächendeckender Usus sind. Dort kann es dann schwierig werden, spätestens jetzt sollte über notwendige, aber möglicherweise aufgeschobene Digitalisierungsmaßnahmen nachgedacht werden.

Ganz konkret hat sich unser Unternehmen aktuell auf folgende Vorsichtsmaßnahmen geeinigt: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen ab sofort ihre Laptops, Smartphones, Ladegeräte und Unterlagen, die tägliche genutzt werden, nach Büroschluss mit nach Hause. Etwas kniffliger sind im Fall der Fälle Themen wie Post und Zahlungsverkehr – aber auch hier würden wir kurzfristig eine Lösung finden. Für Kundentermine und Meetings gäbe es ebenfalls die Lösung, diese im Fall der Fälle virtuell durchzuführen.

 

Im Ernstfall trifft es besonders den Mittelstand: Vom Handwerker bis zum Entsorgungsunternehmen

Ganz anders – und weitaus dramatischer – könnten die Folgen für produzierende Unternehmen, Handwerker, den Logistiksektor oder öffentliche Betriebe wie die Stadtreinigungen sein. Sie alle können nicht vom heimischen Schreibtisch aus tätig werden, sondern müssen „vor Ort“ ihre Leistung erbringen.

Für diese Betriebe muss daher unter anderem geklärt werden,

  • wie und ob eine Notfallkommunikation geregelt und
  • die Liquidität bei einem mehrwöchigen Produktionsausfall gesichert ist.
  • Ob Versicherungen greifen, wenn über längere Zeit ein Produktionsausfall droht beziehungsweise Dienstleistungen nicht erbracht werden können.

 

Wie also kommen Unternehmen möglichst schadlos über eine drohende mehrwöchige Quarantäne-Zeit?

Die eine Lösung gibt es dafür nicht. Denn wie immer ist dies sehr individuell zu handhaben. Nach aktuellen Informationen denkt die Bundesregierung bereits über mögliche Stützungsmaßnahmen für die deutsche Wirtschaft nach, wie diese aussehen können werden die Entwicklungen der nächsten Wochen zeigen.

Dennoch soll unser Text ein Anstoß sein, sich mit dem Thema „Corona“ auseinanderzusetzen und sich bestmöglich auf ein mögliches Quarantäne-Szenario vorzubereiten.

Als Quelle für detailliertere und tägliche Informationen zum Thema empfehlen wir den Podcast „Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten“ des NDR. Gesprächspartner von Wissenschaftsredakteurin Korinna Hennig ist mit Christian Drosten, dem Leiter der Virologie in der Berliner Charité. Er gilt als einer der führenden Virus-Forscher Deutschlands.

Hier finden Sie den entsprechenden Link.