Systemik: Die Zeit ist dein Freund

Menschen nehmen Zeit nur dann wahr, wenn es entweder „eng“ wird oder diese „zerrinnt“. Obwohl Zeit die wichtigste und wertvollste Ressource ist, fällt es Menschen schwer, sie gezielt zu nutzen. Das hängt damit zusammen, dass wir Zeit unbewusst als „immer im jetzt“ wahrnehmen. Richtig ist, dass wir die Gegenwart nur als Abfolge von Ergebnissen wahrnehmen. Allerdings sind wir sowohl mit der Vergangenheit als auch mit der Zukunft verbunden.

Was bedeutet das? Die aktuellen Wahrnehmungen basieren immer auf dem, was wir in der Vergangenheit gedacht und gemacht haben. Diese Erfahrungen schreiben wir fort. Das Ergebnis ist bekannt: wir konstruieren aus der Vergangenheit die Zukunft.
Wenn Zeit wirklich genutzt und nicht nur verbraucht werden soll, ist es erforderlich, die Zukunft als Referenz zu nehmen. In der Praxis wird dann klar: der Mensch braucht Ziele. Wenn aber das Neue nur aus dem Alten erklärt werden kann, wird es schwierig. Etwas wirklich Neues entsteht häufig nur aus dem Scheitern heraus. Bekanntlich verwenden viele Völker das Wort Krise mehrdeutig. So wird in Griechenland das Wort Krisis als Wendepunkt verstanden.

Die richtige Nutzung der Zeit setzt voraus, dass die Zukunft durchdacht werden kann. Erst das richtige Zielbild ermöglicht es, die Zukunft denkend zu erobern und die Auswirkungen auf das die aktuelle Situation zu verstehen. Und wer das regelmäßig macht, der entdeckt die Zeit als einen Freund, der ständiger Begleiter im notwendigen Veränderungsprozess wird.

Für Unternehmen ist es die Auseinandersetzung mit dem zukünftigen Geschäftsmodell. Das Umfeld ist immer dynamisch, auch wenn wir es nicht immer wahrhaben wollen. Wer diese Dynamik als Fix unterstellt, wird zwangsläufig mit den Veränderungen konfrontiert. Der Weg zur Veränderung wird deutlich. Diese Wege, also die Strategien zum Ziel, können nicht immer wieder gewechselt werden, weil Unternehmen das in Strukturen abbilden müssen. Und es verbietet sich, ständig umzuorganisieren. Daher sind Strategiewechsel große Belastungen für Unternehmen und möglichst zu vermeiden. Allerdings sind Anpassungen an die Veränderungen laufend vorzunehmen. Eine in diesem Sinne starre Organisation wird nie überleben können.

 

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