Die Wolke 4 – Synonym für die neue Lebenseinstellung der Mittelmäßigkeit?

Das Lied „Wolke 4“ von Philipp Dittberner beschreibt eine Entwicklung, die man nicht nur im Privaten – sondern auch verstärkt im Kontext Arbeit erleben kann. Man ist lieber gemeinsam und vor allem sicher auf der der „Wolke 4“, als sich der Gefahr auszusetzen, zu fallen, wenn man auf Wolke 7 angekommen ist.

Man begnügt sich mit der scheinbaren Sicherheit der Mittelmäßigkeit, um bloß nicht in die Gefahr zu geraten es ganz nach oben zu schaffen. Die Angst vor dem Fallen – dem Scheitern – ist in unserer heutigen Gesellschaft anscheinend so groß, dass Mittelmäßigkeit zum neuen Ideal geworden ist. Das kann man sowohl auf die privaten Beziehungen, als auch die Leistungen in der Arbeitswelt beziehen.

Risiken einzugehen, ist nicht mehr in Mode. Wer Freude an Leistung hat wird eher schief angeguckt – die Idee dass Arbeit Spaß machen kann, ist leider nicht mehr weit verbreitet. Das erleben Unternehmer leider immer häufiger bei der Suche und Einstellung neuer Mitarbeiter. Die Forderungen der Bewerber werden immer höher – leider zieht die Leistungsbereitschaft nur selten im selben Maße mit. Das zeigen auch die jüngsten Nachrichten, demnach ca. 1/3 der Studienabgänger eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst anstreben – eine vollkommen ungewöhnliche Entwicklung.

Doch Unternehmen brauchen Menschen, die Risiken eingehen, Verantwortung übernehmen und Spaß an den alltäglichen Herausforderungen haben. Wenn das nicht mehr gegeben ist, wird der Mittelstand dieses deutlich zu spüren bekommen. Wir brauchen Menschen, die nach der Wolke 7 streben – und sich eben nicht mit der Wolke 4 begnügen.

Was ist ein Leben, ohne Ziele, weil man Angst vor dem Nicht-Erreichen derselben hat? Ohne Träume? Ohne das Prickeln, wenn wir Risiken eingehen – macht das nicht das Leben aus? Privat und beruflich.

Unternehmen müssen investieren, Risiken eingehen und immer nach der besten Leistung streben. Sonst werden sie nicht überleben.

Und wie lebenswert ein Leben ist, in dem man sich auf der Wolke 4 festklammert, aus Angst vor Veränderungen? Das muss jeder für sich beantworten.