Systemik: Liebe die Unsicherheit!

„Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“.

Das wussten schon unsere Vorfahren und haben sich entsprechend verhalten. Menschen hassen die Unsicherheit – dieses Gefühl, das nichts klar ist und noch weniger gestaltbar ist. Der Drang, Sicherheit zu bekommen, hat für das Überleben schließlich eine große Bedeutung. Allerdings führt diese Ausrichtung für Unternehmen zu Herausforderungen.

Ein interessantes Paradoxon: Unsicherheit

Übertragen auf die Unternehmen ergibt sich eine paradoxe Situation. Dem Ansatz des Menschen, Unsicherheiten zu meiden, steht gegenüber, dass sich für Unternehmen laufend das Umfeld ändert. Das kann nicht verhindert werden und zwingt die Unternehmen, sich darauf einzustellen – und im Idealfall die Veränderungen im Umfeld selbst einzuleiten. Unternehmer sind schließlich gefordert, den Wettbewerb ständig neu zu definieren, wenn man nicht Gefahr laufen will, dem Wettbewerber hinterherzulaufen. Hier gilt schließlich: nur die Ersten sind die Gewinner.

Lernen, sich an neue Situationen anzupassen

Menschen an die Veränderungen heranzuführen bedeutet aus Unternehmersicht, sich ständig mit dem unsicheren Umfeld auseinanderzusetzen. Um das leisten zu können, brauchen Unternehmer im Unternehmen Unterstützer, welche mit der Unsicherheit leben können. Denn nur so gelingt die Anpassung an neue Situationen, die immer wieder neu gelernt werden müssen. Apropos lernen: auch wenn das Lernprinzip bereits seit vielen Jahrzehnten als die große Herausforderung für Unternehmen erkannt wurden, ist es aktuell in einem Großteil der mittelständischen Unternehmen nicht bestehende Kultur. Natürlich passen sich Unternehmen dem Wettbewerb an – aber nur, wenn es nicht zu verhindern ist und neue Lösungen bereits in der Praxis ausprobiert wurden. Menschen lieben dann das kopieren. Es ist die neue Sicherheit. Und wer ständig neues kopiert, merkt nicht, dass das wenig mit dem Lernen aus Unsicherheit zu tun hat.

Nur wenn Unternehmen in der Lage sind, schnell durch unsichere Situationen zu kommen und über die Implementierung der neuen Lösungen zu besseren Abläufen zu kommen, entsteht der für das Überleben des Unternehmens notwendige Anpassungsprozess. Proaktivität im besten Sinne entsteht.

Aber das Unternehmen besteht nun mal aus Menschen, die genetisch eher nicht auf derartig schnelle Veränderungen ausgerichtet sind. Unternehmer sind klug beraten, wenn sie klare Ziele vorgeben. Wenn dann insbesondere Führungskräfte bereit sind, sich daran auszurichten, findet „Entwicklung“ statt. Ein Wort, das sowohl für das Lernen als auch für die Flucht vor dem Untergang steht. Lernen will gelernt sein. Anders als in der Schule wirken sich große Fehler fatal aus. Unternehmen haben nicht viele Chancen, es richtig zu machen.

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