Start Ups: der neue Hype

Unternehmensgründungen finden auch in Deutschland zunehmend Aufmerksamkeit, sofern es möglichst Internetbasierte Lösungen sind. Sogenannte Skaleneffekte ziehen Privatinvestoren an. Natürlich ist es gut, wenn diese neuen Unternehmen Geldgeber bekommen – und Geldgeber wollen einen schnellen Return of Investment. Beide Seiten haben Ihre Berechtigung. Aber ist das Geschäftsfeld wirklich so einfach? Gerade Unternehmen außerhalb der virtuellen Lösungen bekommen zu wenig Aufmerksamkeit. Selbstverständlich haben Investoren das Recht, die besseren Geschäftsideen zu bevorzugen. Aber zu schnell wird gutes Geld zerstört. Auch hier gilt: Gier frisst Hirn. Eine Verdoppelung des Einsatzes innerhalb von 5 Jahren: geht das wirklich? Und skurril wird die Suche, wenn sie bereits auf den Schulen beginnt.

Hier entsteht wieder eine Goldader

Große, am Markt fest etablierte Geldsammelmaschinen saugen große Summen ab und geben auch wieder etliches davon an Start Ups. Allerdings fast immer mit dem Ziel, damit dem Markt zu suggerieren, dass hier wieder eine Goldader entsteht. Wenn dann nach einigen Jahren die Gewinne immer noch vermisst werden, sind diese Unternehmen häufig bereits an der Börse. Das gelingt, indem im Rahmen von Kapitalerhöhungen unvorstellbar große Unternehmenswerte gezeichnet werden. Dann beginnt der Run vieler Kleinanleger. Die Großen müssen es doch wissen – und nur den Letzen beißen bekanntlich die Hunde. Richtig ist natürlich, dass jeder, der diesen Versprechungen auf Wertsteigerungen vertraut, das Risiko selbst tragen muss.

Es gibt nun mal kein Geld für die Schaffung von Arbeitsplätzen

Zurück zu den Unternehmen, die es wirklich verdient hätten. Es fehlt ihnen schon in der Startzone an nachhaltiger Unterstützung. Der Staat differenziert nicht zwischen Gründung einer Selbständigkeit mit 1-2 Arbeitsplätzen, die dann nach vielen Jahren entstehen und Geschäftsideen, welche – richtig umgesetzt – große Potenziale haben. Es gibt nun mal kein Geld für die Schaffung von Arbeitsplätzen – sie kosten nur. Und wenn dann Banken das Risiko nicht mittragen wollen, ist auch das nachvollziehbar.

Wirtschaftsförderungen sollten daran gemessen werden, dass sie qualitativ hochwertige Arbeitsplätze aufbauen

Es fehlt an Lösungen auf allen Ebenen. Von der richtigen strategischen Beratung über eine enge Begleitung bis hin zur Finanzierung. Unternehmer suchen professionelle Unterstützung häufig vergebens. Und Potenziale sollte es doch genug geben. Es gibt zunehmend private Aktivitäten, diese Potenziale früh aufzudecken. Aber dann darf es nicht bei Urkunden und kleinen Summen bleiben, die gerade einmal reichen, um die Geschäftspapiere herzustellen. Insbesondere fehlt es an Kapital, welches sich mit normalen Renditen zufrieden gibt. Und es fehlt die erforderliche Wahrnehmung durch die Politik, um lokale Aktivitäten anzuschieben. Wirtschaftsförderungen sollten daran gemessen werden, dass sie qualitativ hochwertige Arbeitsplätze aufbauen. Allein ein Flächenverkauf an etablierte Unternehmen kann nicht der Gradmesser für den Erfolg der Wirtschaftsförderung sein.

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