Soft skills sind „die“ Schlüssel – für was eigentlich?

Soft Skills – wieder einmal machen Begriffe Karriere. Wieder ein Beispiel dafür, dass neue Begriffe schnell von vielen übernommen werden, weil sie positiv besetzt sind. In der Praxis ist es ein Sammelbegriff für individuelle Fähigkeiten, auf Menschen (besser) einwirken zu können. Es sind Kompetenzen, die mit diesen Worten verbunden werden. Schnell wird diese Kompetenz bestimmten Menschen zugestanden, die führen können oder müssen. Aber ist das wirklich eine besondere Kompetenz? Und ist das überhaupt neu? Und im Weiteren wird dann noch viel mehr hineininterpretiert. Weiche Faktoren sind einerseits ein Muss, andererseits fast ein Geheimnis. Zumindest eine genaue Interpretation ist vielen nicht möglich. Der Ablauf derartiger Karrieren ist typisch. Jemand nimmt einen bekannten Begriff und füllt ihn mit neuen Inhalten. In der zweiten Stufe, wird von vielen „Fachleuten“ immer mehr hineininterpretiert. Und dann verblasst in einer späten Phase das Ganze, weil irgendwann eine „neue Sau durchs Dorf getrieben wird“. Es macht aber wenig Sinn, das Alte immer wieder in neue Hüllen zu pressen. Viel wichtiger wäre es, sich mit der Bedeutung von Wörtern intensiver auseinanderzusetzen. So wäre es sinnvoller, z.B. Kommunikation besser zu verstehen. Es ist letztlich nur der Vorläufer dessen, was viele in den Begriff Soft Skills hineininterpretieren. Kommunikation ist ja nicht allein das Sprechen. Auch die nonverbale Kommunikation erklärt das Ganze nicht. Kommunikation kommt von Vereinigung. Wer sich in diesem Sinne mit Anderen verbinden kann, wird diesen immer besser verstehen und ihn mitnehmen können. Und das ist Führung. Und so zu Ende gedacht, wird das Wesen derartiger Worte deutlich. Unternehmer und Führungskräfte sind aufgerufen, bei den üblichen Wortschöpfungen, die regelmäßig die Managementliteratur beglücken, kritischer hinzusehen. Denn immer wieder neue Referenzen in die Organisation zu tragen, macht nur Sinn, wenn das bisherige verstanden wird. Irgendwann wird die Organisation abstumpfen. Begriffe schaffen dann mehr Irritation als Orientierung. Für eine gemeinsame, konzentrierte Leistung eines Unternehmens ist das kontraproduktiv.

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