Wunderbare Scheinwelt – scheinbar ohne Konsequenzen?

Qualifikationen werden in der heutigen Arbeits- und Bildungswelt tendenziell über „Scheine“ nachgewiesen. Doch nicht selten sprechen Arbeitszeugnisse nicht mehr die Wahrheit – geben weder realistisch Auskunft über das Können, noch die Inhalte die jemand geleistet hat. Im Kontext Bildung überschwemmen Weiterbildungsinstitute die Märkte – nur wer sein Können durch einen Nachweis, ein Zertifikat belegen kann,  „kann auch was“.

Doch ist das wirklich so?

Mehr Schein als Sein

Zwei gegenläufige Entwicklungen sind immer häufiger zu beobachten. Die Scheinsammler sind all jene, die nicht selten über viele „Scheine“ verfügen, und auch gerne in Bewerbungen ihr Können maßlos übertreiben. Getreu nach dem Motto: ich habe ja viele Scheine – dann muss ich ja gut sein. Doch ein Schein sagt leider häufig nichts darüber aus, was jemand kann. Es ist also gefährlich glauben, dass man etwas kann, nur weil es auf einem Zertifikat steht.

Und diese Menschen erleben dann in der realen Arbeitswelt leider häufig den Absturz. Nämlich dann wenn das gegenüber – der Arbeitgeber – einfordert, was in  den Bewerbungen steht. Wenn das Versprechen und das Können dann nicht übereinander passen, kommt es zur Krise. Nicht weil der Arbeitgeber vermeintlich kein Verständnis hat, sondern weil  das, was in der Bewerbung vorgegaukelt wurde, schlicht nicht geleistet werden kann. Das Können fehlt einfach. Die Ursache für dieses Dilemma ist sicher nicht in der Böswilligkeit einiger Bewerber zu sehen, sie sind nicht selten selber auf das (Bildungs-) System reingefallen. Glauben, dass sie mit Erlange des Scheins ein Können besitzen.

Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die über ein relevantes Wissen und Können verfügen – die aber an dem System scheitern, weil sie dieses nicht belegen können. So werden häufig auch die falschen Kandidaten eingestellt – weil echte Kompetenzen eben nicht an einem Schein ablesbar sind. Menschen, die gut sind – über die Kompetenzen verfügen die für eine Stelle gefragt sind – werden einfach nicht in Betracht gezogen, da der Nachweis fehlt.

Die Lösung?

Die Lösung liegt einerseits sicher darin, mehr Transparenz in die „Scheine“ der diversen Bildungseinrichtungen zu bringen. Es müssen Kompetenzen vermittelt werden – nicht (nur) theoretisches Wissen. Dieses muss auch angewendet werden können.

Darüber hinaus täte es einigen Menschen sicher gut, über die eigenen Stärken und Kompetenzen zu reflektieren. Sich ehrlich zu fragen: Was kann ich? Was will ich?

Hoffen wir, dass sich die „Schein-Gläubigkeit“ nicht weiter zuspitzt und ein Weg gefunden wird, wirkliche Anwendungskompetenzen zu erkennen. Das würde den Einzelnen – aber auch die Wirtschaft insgesamt weiter bringen.

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