Systemik: Risiko Partnerschaften

Unternehmer brauchen für die Zukunft Ihres Unternehmens Partner, weil Menschen nun mal nicht unendlich lange leben. Dieser Übergang auf neue Unternehmer muss rechtzeitig geschafft werden – in der Praxis wird dieser Prozess nicht selten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zu spät eingeleitet. Der beste Weg für das Unternehmen ist es, wenn der Übergang auf die nächste Unternehmer-Generation nicht hart eingeleitet wird, sondern Unternehmer einen Teil des Weges in Partnerschaften zurücklegen. Partnerschaften sind als Übergang in die Nachfolge bzw. eine stabilerer Zukunft also grundsätzlich anzustreben.

Was ist aber, wenn die falschen Partner sich finden – oder bereits über eine grundsätzliche Nachfolgeregelung „zusammengebunden“ werden? Letzteres findet man häufig in Familienunternehmen.

Probleme gibt es in den ersten Jahren meist eher selten. Menschen mögen sich und/oder gewöhnen sich an einen Partner. Über Kompromisse wird dann häufig eine einigermaßen funktionierende Arbeitsbasis gefunden. Damit lässt sich leben. Kritisch wird es aber, wenn ein Unternehmer neue Wege einschlagen will oder die Umstände neue Wege erfordern. Wenn dann aber die Partner unterschiedlich geprägt sind dann kommt es nicht nur zu Zerreißproben. Der für sein Unternehmen verantwortlich Unternehmer muss eine Entscheidung herbeiführen. Und diese endet dann nicht selten in der Scheidung der eingegangenen Partnerschaft.

Eine Trennung von einmal eingegangenen Partnerschaften soll jedoch häufig unter allen Umständen vermiede werden. Es muss doch nicht immer einer seinen Kopf durchsetzen. Gemeinsam sollte es doch möglich sein, die unterschiedlichen Qualitäten für ein Unternehmen zu nutzen. So einfach ist es aber nicht, weil die Unterschiede der Partner selten über einfache operative Fragestellungen deutlich werden. Kritisch wird es, wenn es um unterschiedliche Ansichten hinsichtlich der grundsätzlichen Ausrichtung eines Unternehmens geht: um die Strategie in den Märkten und die damit verbundenen Investitionen in das Unternehmen.

Das Dilemma:

Operativ geprägte Unternehmer wollen selten in unsichere Wege investieren. Sie lieben die Investition in Ressourcen. Technik und Mitarbeiter sind bevorzugte Denk- und Handlungsfelder. Hier kennen sie sich aus. Warum also Risiken eingehen? Was in der Vergangenheit gut funktioniert hat, wird auch in der Zukunft richtig sein.

Strategisch geprägte Unternehmer schlagen dagegen gerne grundsätzlich neue Wege ein. Sie investieren folgerichtig in neue Märkte und entsprechende Strukturen. Sie machen dieses, weil sie sich mit der Zukunft intensiv auseinandersetzen und Zusammenhänge verstehen, die den operativ geprägten Menschen verborgen bleiben. Sie machen dieses auch, weil sie sich dem Unternehmen verpflichtet fühlen. Diesen Unternehmertypus braucht ein Unternehmen, um zu überleben. Rein operative Ansätze sind nicht mehr zukunftsfähig, diese Art von Unternehmensführung ist in Zeiten schnellen Wandels ein Untergangsprogramm.

Je schneller die Entwicklungen laufen, umso deutlicher wird, dass Unternehmer sich zwischen Neugeburt und Sterben entscheiden müssen.

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