Mythos Motivation: die Hoffnung stirbt zuletzt

Generationen von Führungskräften orientieren sich an diesem Zielfoto: es geht um Motivation. Also darum, dass Mitarbeiter Motive entwickeln, etwas zu erreichen. Und im Idealfall geht es darum, dass diese Mitarbeiter „einfach nur gut sind/werden“. Aber ist das nicht zuviel verlangt? Natürlich wollen wir daran glauben, dass die Motivation einfach nur „verschüttet“ ist und nur freizulegen ist. Aber bitte nur durch den betroffenen Mitarbeitern selbst.

Mitarbeiter brauchen Führung

Systemisch betrachtet ist es der Wunsch, etwas geschenkt zu bekommen, weil wir es uns wünschen. Aber dieser Wunsch wird sich nicht erfüllen. Mitarbeiter brauchen Führung, also eine Orientierung durch eine Führungskraft, gleich ob Unternehmer oder Angestellter. Diese Orientierung kommt von außen, auch wenn Heerscharen von Beratern etwas anderes behaupten. Klar: mit der Leitung von Arbeitsgruppen, Coachingmaßnahmen oder differenzierten Organisationsentwicklungsmaßnahmen soll etwas erreicht werden, was nicht möglich ist.

Alles dreht sich um Zielentwicklung

Natürlich ist zu unterstellen, dass Mitarbeiter per se nicht faul sind und durchaus etwas leiten wollen und können. Natürlich will kein Mitarbeiter hochkonzentriert faul sein. Natürlich ist der Mensch auch für Ziele zu begeistern. Aber diese Ziele sind von außen aufzubauen. Alles dreht sich um Zielentwicklung, letztlich eine konkrete Form von Orientierung.

Mitarbeiter wollen Orientierung

Aber Ziele, welche Motive bilden und dann in Handlungen münden, sind vorzugeben. Ziele sind aber nicht Inputorientier – und sie sind auch nicht weiche Ziele wie z.B.: „wir müssen besser werden“. Allgemein besser ist nicht möglich, weil es nur Appelle sind, die verhallen müssen, weil keiner weiß, was das ist und wie es vor allen Dingen gehen soll. Vorgesetzte unterschätzen hierbei, dass Mitarbeitern sehr wohl Situationen klar sind. Sie wollen eine Orientierung. Und wenn diese nicht vorgegeben wird, folgt man der eigenen Zielbildung. Dass hierbei Produktivitätsziele nicht im Fokus sind, ist völlig menschlich.

Die Ziele liegen im Markt, nicht in der Organisation

Unternehmer und Führungskräfte müssen sich damit auseinandersetzen, was ein Unternehmen konkret erreichen soll. Diese Ziele liegen zunächst nicht innerhalb der Organisation, sondern im Markt. Erst diese Ziele sind dann zu operationalisieren. Und das dann an den Einzelnen heranzubringen, verdient das Attribut Führung. Erst das klar messbare Ergebnis bringt das Zielbild mit sich. Es entsteht ein Motiv, und erst in Folge die Motivation, wenn dem Mitarbeiter geholfen wird, das Neue auch zu leisten. Wenn es wiederkehrende, evtl. einfache/stupide Arbeiten sind, dann dürfen sich Vorgesetzt wiederum nicht wundern, wenn das irgendwann keine Kräfte mehr freisetzt.

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