Machthunger: Sprengstoff für die Organisation

„Willst Du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht“. (Abraham Lincoln) Dieses Zitat hatte nicht nur im 19. Jahrhundert Berechtigung. Leider gilt es auch noch heute. Zugegebenermaßen mit deutlich abnehmender Ausprägung in den Unternehmen, weil der Wert der Arbeit in den neuen Arbeitswelten deutlich zunimmt und auch Unternehmer und Vorgesetzte spüren, dass Arbeitnehmer sich verweigern, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Aber die Charakterfrage ist nun mal vorhanden, solange Menschen miteinander arbeiten müssen.

Wenn es nur der Vorgesetzte ist und ansonsten im Unternehmen Werte gelebt werden, die „vernünftig“ sind, ist der Einzelne immer noch in der Lage, sich zu beschweren. Wenn aber Unternehmer sich dauerhaft daneben benehmen, wird es nicht nur für den Einzelnen kritisch. Dann ist immer auch das Unternehmen selbst in Gefahr.

Die Wertebasis als Teil der Unternehmensbasis kann nur bedingt verändert werden, wenn von der Führung ausgehend Macht als wesentlicher Hebel für die Durchsetzung von Vorstellungen angesehen wird. Dessen müssen sich Unternehmer immer bewusst sein. Daher muss ein Unternehmer wissen, dass es besser ist, seinem Unternehmen zu dienen. Sonst kommt der Belegschaft schnell der Spruch vom Fisch in den Sinn, der bekanntlich vom Kopf her stinkt.

Was machen aber loyale Mitarbeiter, welche nicht wegen einer Charakterfehlbildung den Arbeitsplatz wechseln wollen? Im besten Fall ergeben sie sich ihrem Schicksal und versuchen mit Kollegen, sich gegenseitig Mut zuzusprechen. Im schlechteren Fall kommt es aber zu der bekannten inneren Kündigung. Und an dieser Stelle muss noch einmal wiederholt werden: regelmäßig erhobene Umfragen machen deutlich, dass ein erheblicher Teil gerade der qualifizierten Mitarbeiter unzufrieden gerade mit den Chef sind.

Wenn Chefs das gespiegelt bekommen, wird selten objektiv damit umgegangen. Klar ist doch, dass gerade schlechte(re) Mitarbeiter, welche kritisiert werden, sich natürlich auch gegen die Kritik wehren wollen. Klar: ist auch so, aber dass allein löst das Problem nicht, weil es auf die Belegschaft überspringt. Machthunger ist nie richtig. Wer das als Chef begreift, wird lernen, hinzuhören. Und er wird akzeptieren, dass der Mitarbeiter nun mal seine eigenen Sichten hat.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *