Wenn Lösungen zum Problem werden

Wenn in Unternehmen immer nur optimiert wird, was zu optimieren geht. Wenn es also  Kultur geworden ist, jedes Detail wieder und wieder in Frage zu stellen, wird schnell die Problemlösung zum Problem, ohne dass dieses von den Betroffenen erkannt wird. Die Problemlösung „optimieren“ kann sich immer nur an bisher richtigen, also in der Praxis erprobten Lösungen ausrichten. Die Mitarbeiter feilen sozusagen an der Lösung. Auf der konkreten Arbeitsebene ist es sinnvoll, sein Arbeitsmittel den Anforderungen anzupassen.

Die Anpassung der Arbeitsmittel ist auch nicht das Problem, sondern die sich entwickelnde Denkweise. Das Gehirn lernt dann, dass Probleme immer nur aus Details bestehen. Übersehen wird dabei, dass die echten Probleme immer das Ergebnis aus einem Zusammenhang von vielen Punkten sind. Diese Verknüpfungen haben es in sich. Die Problemstruktur ist nur schwer zu erkennen – und auch nur dann, wenn Menschen diese Systemik als vorhanden akzeptieren und dann die Zusammenhänge auch richtig lesen können.

Werden diese Zusammenhänge nicht erkannt, werden auch die Auswirkungen nicht erkannt. Entwickler kennen dieses Prinzip, welches sich aus Rückkopplungen ergibt. Der Ansatz des Systemarchitekten ist immer, dass es Ursachen gibt, welche erst sauber herausgearbeitet werden müssen. Erst wenn diese Zusammenhänge dann noch in einem Entwicklungssystem enden, entsteht die Basis für eine zielgerichtete Unternehmensentwicklung.

Strategisch ausgerichtete bzw. ausgebildete Unternehmer wissen ebenfalls, dass die Problemwelt nicht einfach ist. Die Suche nach möglichst einfachen Erklärmustern ist aufwändig – aber äußerst wirkungsvoll, wenn diese Muster „geknackt“ werden. Problemlösungstechniken verlagern sich dann von der Wirkungseben auf die Methodenebene.

Für die Praxis ist festzuhalten, dass allein die Optimierungen schnell zu einer Systemarbeit werden. Immer wieder werden die gleichen Problemstellungen durchgearbeitet. Ohne die Hilfestellung eines Dritten, der einen anderen Blick hat, wird es zunehmend schwieriger, weil z.B. eine der Rückkopplungen darin besteht, dass die Kräfte erlahmen. Wenn dann die Mitarbeiter nicht mehr dran glauben, wenn also der Glaubenssatz sich verfestigt, dass alles nicht geht, obwohl alles versucht wurde, dann ist der Einstieg ins das Ende der Organisation bereits erreicht.

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