Das Gesellschaftersyndrom

Unternehmen werden, so wird in Unternehmerkreisen gern kolportiert, in der dritten Generation wieder verspielt. Statistisch wird diese Auffälligkeit durchaus nachweisbar sein. Wie aber erklärt es sich? Der nachhaltige Aufbau gelingt ja nur wenn Unternehmer es schaffen das Unternehmen so zu positionieren, dass es auch ohne den Gründer weiter existieren kann. Das reicht dann i.d.R. für eine weitere Unternehmergeneration. Eine stabile Managementebene schafft es im Zusammenspiel von Kundennutzen, Organisation, Kosten und Kapital die Effizienz weiter zu steigern. Das Fehlen der unternehmerischen Gestaltungsebene, ausgeprägt über eine strategische Führerschaft, wird zunächst kein Problem.

Die Märkte von Gestern sind nicht die Märkte von Heute

Wird aber in Folge das Unternehmen allein aus einer reinen Besitzerrolle geführt, beginnt die Begrenzung der Risiken. Reine Gesellschafter wollen Geld mehren. Die Risikobereitschaft des Gründers wird selten vererbt. Und wenn dann erst ein nachhaltiger Investitionsstau entsteht, beginnt der Niedergang zwangsläufig, weil die Märkte von Gestern nicht die Märkte der Zukunft sind. Alle Branchen unterliegen diesem Wechsel. Wer hier den Einsatz verschläft wird als Unternehmer unsanft geweckt. Selten wird das Wissen und die Kraft da sein, das Unternehmen selbst neu aufzustellen. Ist noch genug Substanz da, wird das Unternehmen verkauft, sofern es eine Marktposition hat an der Wettbewerber interessiert sind. Sind stille Reserven vorhanden, werden Finanzinvestoren angelockt, die sich allerdings nur für die Verwertung interessieren.

Frühzeitig starke Mitarbeiter einbinden

Gründer sollten das Thema grundsätzlich kennen. Wer klug handelt, bindet sehr früh starke Mitarbeiter auf der Gesellschafterebene ein, um die strategische Kompetenz zu erhalten. Klug ist es dann dafür zu sorgen, dass Nachfahren nicht in eine strategische Verantwortung gehen können. Gesellschaftsrechtlich nicht einfach zu gestalten, aber nicht undenkbar. In Zukunft braucht es mehr strategische Partner welche bereit sind, derartige Unternehmen langfristig zu begleiten. Denn allen Verkäufern und Finanzinvestoren dürfte klar sein wie das Ende ihres Lebenswerkes aussehen wird.

Es gibt auch für Gründer keinen Anspruch auf die Gesellschafterposition

Übrigens tritt das Gesellschaftersyndrom nicht zwangsläufig erst in der dritten Unternehmergeneration auf. Es gibt auch Gründer, die mit der Gründung einen Anspruch auf diese Position verbinden …

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