Erfolg – was ist das eigentlich?

Erfolg, so hat mir einmal ein Unternehmer erklärt, sei nicht eindeutig. Daher würde auch darüber nicht zu diskutieren sein. Und in den Unternehmen, wo nicht eine Gesellschafterebene einen bestimmten wirtschaftlichen Erfolg zum Prüfstein macht, scheint das auch nicht klar zu sein. Aber wie kann das sein, wo doch jeder Student der Betriebswirtschaft sehr früh lernt: ohne dauerhafte Gewinne geht es nicht. Und dass Märkte zu erobern sind, ist dann irgendwie auch noch klar. Diesem unbestimmten Gefühl, dass Erfolg doch eindeutig sein müsste, steht die scheinbare Erkenntnis gegenüber das nichts fix ist. Erfolg scheint nicht planbar, geschweige denn gestaltbar zu sein.

Erfolg ist letztlich nur die Umsetzung von Zielen, also im systemischen Sinne das Erreichen von Zielpunkten. Da diese aber in der Zukunft liegen, also nur pro-aktiv angesteuert werden können, ist Erfolg tatsächlich ein Zusammenspiel von komplexen Denkvorgängen, also harte Arbeit. Das Alte muss zunächst in Frage gestellt werden, entweder aus dem klaren Erkennen, dass es „so“ nicht mehr geht oder in der Erkenntnis, dass Wettbewerber inzwischen besser geworden sind. Und dann entscheidet es sich: wenn der Glaube gilt, dass es im eigenen Unternehmen – aus welchen Gründen auch immer – nicht geht, verschließt sich die Welt des Erfolges. Ziele werden gesenkt und erreicht. Und dann wird die Erfolgswelt klein. Am Ende kommt es entweder zur Erkenntnis, dass es doch gehen müsste.
Und das ist leider der übliche Weg: Erfolge werden viel zu häufig auf dem Weg des Misserfolges erkannt, weil die Wahrnehmung auf das machbare ausgerichtet ist. Und dann brennen Unternehmen „planmäßig“ aus. Und wenn dann das Wort Erfolg fällt, wird es als Besonderheit nicht wahrgenommen. Ein Erfolg kann somit auch nicht „geliefert“ werden. Und Unternehmer suchen das als Lösung auch nicht. In der Praxis dominiert die Suche nach Detaillösungen. Zu gern will man dem Anbieter glauben, dass sich dann vieles zum Positiven verändern wird. Geld gegen Wirkung, das war schon der Deal im Mittelalter. Er nannte sich nur nicht Beratung, sondern Ablasshandel. Allerdings tritt die Wirkung deutlich schneller ein. Nicht selten ist die falsche Lösung der Brandbeschleuniger in einer Phase des Ausbrennens.

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