Episoden aus dem Leben – Wenn das Image wichtiger wird als der Kunde

Wir sind zurück in unserem schönen Hotel in Spanien. Morgens im Gym suche ich vergebens nach einer Yoga-Matte. Nachdem ich einen Mitarbeiter gefunden habe, erklärt dieser mir, dass die Yogamatten die „Bloggerinnen“ mit zum Strand genommen haben. Ich frage, ob diese denn wenigstens für das Hotel bloggen. „Auch…“ entgegnet er mir.
Gut, dann eben Yoga auf einem Handtuch. Geht halt auch. Die Bloggerinnen gehen wohl vor.

Herrliche Szenen

…Wenig später beim Frühstück. Die wirklich angenehme Atmosphäre wird je gestört, als 12 sehr junge Damen im Sportoutfit „auftreten“. Hektik kommt auf, Tische werden umgestellt, und dann folgt etwas, dass mich zutiefst erheitert. Die Gruppe wird inmitten der Gäste platziert – da dort wohl beste Lage & Sicht zu finden sind. Dann holen sich die Ladies vom Buffet: jeweils einen Teller mit Früchten großartig drapiert. Ich bin beeindruckt. Und einen weiteren mit normalem Frühstück. Ich bin nun mindestens neugierig.

Mit dem ersteren wird gepost und fotografiert was das Zeug hält. Dass alle anderen Gäste in höchstem Maße gestört werden, sich eine der Damen sogar mit dem Teller auf dem Fußboden drapiert, das scheint niemand vom Hotelpersonal zu stören. Alles für den Schein – das scheint heute die Devise. Dass man die zahlenden Gäste so unter Umständen stören könnte – wen kümmert es.

…Wenig später draußen auf der Terrasse am Spa. Die Mitarbeiter sind freundlich, aber nicht übereifrig. Bis „die Bloggerinnen“ auftauchen. Da werden alle flink: die Terrasse umdekoriert, Drinks gebracht, Personal aufgereiht. Die Bloggerinnen bekommen eine aufwändige Maniküre, die sie natürlich ausgiebig fotografieren. In variierenden Outfits. Ein Schauspiel, das seines Gleichen sucht.

Das neue Marketing

Was klar wird ist, dass Unternehmen neue Kommunikationskanäle für sich entdeckt haben. In 2017 nutzt man Influencer, um das Produkt an den Kunden zu bringen. Auch wenn man sich fragen muss, ob die Follower dieser Damen dem Zielpublikum entsprechen, und ob man den vorhandenen Kunden nicht besser etwas mehr Aufmerksamkeit schenken sollte, zeigt es doch, dass die klassischen Marketingkanäle abgelöst werden. Oder bereits abgelöst worden sind.

Agenturen, die heute noch auf die klassischen Kanäle setzen, sehen schweren Zeiten entgegen. Oder goldenen, wenn sie es denn schaffen, diesen Wandel noch vor Ihren Wettbewerbern umzusetzen. Eine ganze Branche, die sich seit Jahren das Thema „Digitalisierung“ auf die Fahnen geschrieben hat, muss nun zeigen, dass sie eben jene Entwicklungen wirklich auch selbst beherrschen.
Und Unternehmen sollten vor lauter Selbstdarstellung nicht vergessen: es geht um den Kunden – und dessen Wertschätzung, wenn er denn einmal gewonnen ist.

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… Anpassungen im Unternehmen an das Umfeld, beziehungsweise die Marktbedingungen in: Kritik, Krise + Fehler: Die Wegweiser zum Erfolg

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