Die Ohnmacht der Führung

Führung ist Macht. Also sind die Geführten machtlos. Diese einfache Gleichung sollte reichen, um Unternehmen erfolgreich aufzustellen und Führung zum wirkungsvollen Instrumentarium auszubauen. Warum verspüren aber Unternehmer häufig das Gegenteil: obwohl Mitarbeiter eher leistungsstark eingeschätzt werden, folgen sie nicht.

Es muss klar sein was von einem verlangt wird

Ganz gleich, wo die Ursachen liegen: Führung kann nur gelingen, wenn dem Geführten wirklich klar wird, was von ihm grundsätzlich verlangt wird. Es geht also nicht um konkrete Handlungsanweisungen. Das versteht jeder Mitarbeiter und wird das auch ausführen. Was zu kurz kommt, sind grundsätzliche Verhaltensweisen. Aber warum ist das so? Mitarbeiter haben doch nur Vorteile, wenn sie den Weisungen eines Vorgesetzten folgen. Beurteilungen, Einkommen und Karrieren hängen doch davon ab. Es kann nicht wirklich um eine bewusste Blockadehaltung gehen.

Mitarbeiter müssen “mitgenommen” werden

Das Problem liegt tiefer. Führende müssen lernen, im systemischen Sinne zu kommunizieren. Kommunikation kommt von Vereinigung. In diesem Sinne müssen Führende lernen, ihre Mitarbeiter besser zu verstehen und sie mitzunehmen. Dazu muss zunächst verstanden werden, welche Problemlösungstechniken (Wege) der Mitarbeiter grundsätzlich bevorzugt. Er wenn Führende das „lesen“ können, sind Verhaltensänderungen möglich. Die alten Wege führen ja aus Sicht des Führenden zu Schlechtleistungen – das kann auch vermittelt werden. Und dann kann die Alternative auch im Gespräch so herausgearbeitet werden, dass der Mitarbeiter diese auch versteht.

Neue Wissenslösungen

Für Führende gilt: genau wie die Mitarbeiter müssen auch sie neue Wissenslösungen erlernen. Führung gehört dazu und hat wenig mit der früher so gerühmten FührungsKRAFT zu tun. Und es geht auch nicht um den FührungsSTIL. Es geht einfach darum, erklärend mitnehmen zu können. Und das ist zwar keine Kunst, aber etwas, was erst erlernt werden muss. Und das gelingt weniger auf Lehrgängen, wo i.d.R. Arbeitstechniken „eingeübt“ werden. Es geht nur, indem ich akzeptiere, dass der Mitarbeiter in seiner Welt „richtig handelt“. Diese gilt es zu verstehen. Das ist Aufwand – aber er lohnt sich. Wie schon ausgeführt: Mitarbeiter sind lernfähig.

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