Denkfehler: Vom „Leergeld“ zum Lehrgeld zum Gewinn

Die Zeiten, in denen Lehrlinge ein Lehrgeld an ihren Meister gezahlt haben, um eine Ausbildung zu erhalten, sind längst vorbei. Das ist auch richtig, wenn Auszubildende bereits eine Leistung erbringen und dafür entsprechend honoriert werden sollen. Aber wie sieht es mit Unternehmen aus? Zahlen nicht auch sie ein Lehrgeld, wenn Schlechtleistungen – von wem auch immer – erbracht werden?

Natürlich ist es Unternehmern bewusst, dass es Schlechtleistungen gibt und diese Geld kosten. Natürlich kann es immer irgendwie besser laufen. Schlechtleistungen geschehen unbestimmt und werden mit einkalkuliert. Denn Schlechtleistungen sind – nach Meinung vieler – einfach nicht zu verhindern. In Folge dessen wird Geld ausgegeben, ohne dass es zu Lerneffekten kommt, die in Zukunft Erträge bringen sollen. Es wird schlicht „Leergeld“ ausgegeben. Die Ausgaben werden unter den Kosten verbucht und als unabänderlich angesehen. Diese „Fehlinvestitionen“ machen in fast jedem Unternehmen einen Großteil der Ausgaben aus.

Aber es geht auch anders. Um diese Positionen in Gewinne ummünzen zu können, muss zunächst verstanden werden, dass es anders gehen kann und dass es eben nicht um unvermeidbare Kosten, sondern um kleine Investitionen in Veränderungen geht. Das bedeutet allerdings, dass die Zusammenhänge zwischen Kundennutzen, internen Prozessen und Ertragserwartungen erkannt werden. Denn eines kann unterstellt werden: kein Unternehmer gibt bewusst Geld ohne eine Ertragserwartung aus. Die Handlungsroutinen führen allerdings schnell dazu, dass bedenkenlos immer wieder Kosten produziert werden. Leergeld, welches in wertvolles Lehrgeld umgewandelt werden kann, wenn der Unternehmer die Zusammenhänge verstehen würde. Solange das aber nicht gelingt, wird weiterhin in Kosten gedacht und dann versucht, diese Kosten zu senken. Erst die Umdrehung des Prinzips öffnet die Türen zu einer bewussten Geldausgabe.

Fehlentwicklungen bewusst händeln

Natürlich ist es nicht möglich, alle Fehlentwicklungen zu beherrschen oder gar abzustellen, aber ein bewusster Umgang führt zu Erkenntnissen, welche ungeahnte Potenziale freisetzen können. Nicht nur theoretisch sondern ganz praktisch gelingt es dann, in die Zukunft zu investieren.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *