Denkfehler: Wenn Du nicht mehr weiterweist, bilde keinen Arbeitskreis!

    • Arbeitskreise zu schwierigen Problemstellungen sind ein durchgängiges Modell, um Probleme zu lösen. Denn schließlich gilt der Satz „wenn Du nicht mehr weiter weist, bilde einen Arbeitskreis“ noch immer. Diese Form der Problemlösung hat einen gewissen Charme: Mitarbeiterbeteiligung wird entdeckt, wenn Problem durch Führungskräfte allein nicht mehr lösbar sind. Oder es soll eine aktive Mitarbeiterbeteiligung gelebt werden. Faktisch ist es aber die Delegation von Problemen, und leider nicht die Delegation von Verantwortung. Dazu wäre es erforderlich, zunächst einen Freiraum zu schaffen, in dem die Verantwortung auch gelebt werden kann.

  • Damit es klar ist: es spricht nichts dagegen, Mitarbeiter systematisch in die Arbeit mit einzubeziehen. Aber es ist nicht richtig, zu glauben, dass die fehlende Problemlösung auf Seiten des Vorgesetzten auf Mitarbeiter verlagert werden kann. Es ist nicht logisch, die sog. Schwarmintelligenz zu beschwören, wenn ernsthafte Probleme durch die Führungsmannschaft nicht gelöst werden können, zumal Mitarbeiter Problemlösungstechniken auf der operativen Ebene beherrschen müssen. Das wird von Ihnen erwartet – und das können sie vermutlich besser als Führungskräfte, die sich eher mit Managementthemen auseinandersetzen. Und dann ist es auch nicht richtig, derartige Problemlösungen auf Berater zu übertragen, welche dann diesen Unsinn für teures Geld veranstalten. Leider ist das immer noch gängige Praxis in vielen Unternehmen.
  • Eine Mitarbeiterbeteiligung macht dann Sinn, wenn die Problemstellung klar ist und das Zielbild durch Führungskräfte klar herausgearbeitet wurde. Die Führungskräfte haben dann ihre Hausaufgaben gemacht und binden folgerichtig Mitarbeiter für die operative Umsetzung mit ein. Aber wenn strategische Fragen auftreten oder gar Unternehmenskrisen entstehen, können Mitarbeiter nichts zusteuern. Es wäre dann sogar kritisch, Mitarbeiter mit einer solchen Fragestellung bzw. mit der Aufforderung zu konfrontieren, grundsätzliche Problemstellungen zu beseitigen. Mitarbeiter können Krisen weder abschließend begreifen noch wirklich mithelfen – ihnen fehlen das Wissen und die Erfahrung. Und in der Praxis ist auch festzustellen, dass Mitarbeiter derartigen Szenarien nur bedingt Glauben schenken. Nicht selten wird unterstellt, dass es wohl nicht so schlimm ist, wie dargestellt.
  • Problemlösungen sind Chefsache. Wenn das Wissen fehlt, ist zu klären, wer wirklich helfen kann. I.d.R. sind es strategische Berater, die ihr Denkwerk verstehen und schnell zu einer Bewertung und zu Lösungswegen kommen.

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