Controlling: Steuerung vs. „ Erbsenzählerei“

Ein Heer von Controllern wird ausgebildet. Basis ist i.d.R. ein betriebswirtschaftliches Studium, in dem dann diverse Themen rund um die Wirtschaftlichkeit vermittelt werden. Und dann beginnt die Praxis – entweder im Großunternehmen, wo der Controller ein Rädchen im Zahlengetriebe ist, oder als Generalist im kleinen, mittelständischen Unternehmen.

Es geht um Unternehmenssteuerung

Klar: Wirtschaftlichkeit muss abgebildet werden. Erfolge wie auch Fehlentwicklungen müssen rechtzeitig erkannt werden, um Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Denn egal, in welch einer Situation das Unternehmen ist, die Wechselwirkungen zwischen Ursachen und Ergebnissen sind für die ergebnisverantwortlichen Mitarbeiter abzubilden, damit Erfolge verstärkt werden und Misserfolge abgestellt werden. Es geht also im besten Fall um eine UnternehmensSTEUERUNG. Und das ist auch der Kern des Controllings.

Die Einnahmenseite kommt nicht selten zu kurz

Wie sieht es aber in der Praxis aus? Schnell verkommt das Zahlenwerk zum Abbild von Kosteneinsparungszielen. Das ist auch einfach abzubilden. Und dann werden Kosten, die letztlich nur Investitionen sind, schnell der wesentliche Faktor in der Steuerung. Die Einnahmenseite kommt nicht selten zu kurz, weil hier die Verknüpfung zwischen Ursachen und Wirkungen selten gelingt. Erträge entstehen aus Maßnahmen, welche sich an strategischen Zielen ausrichten. Diese strategischen Ziele sind zwar gebildet, selten aber operational auf breiter Basis ausgebildet. Dann aber wird es mit der Steuerung schwierig. Kritische Entwicklungen geraten immer mehr in den Fokus der Entscheider. Investitionen werden im Keim erstickt, sofern sie nicht das Ziel haben, die Produktivität zu steigern. Daher kommt auch die weitverbreitete Neigung, in Technik zu investieren. Hardwareinvestitionen sind „sichere“ Investitionen. Investitionen in neue Märkte erfordern aber Investitionen in Köpfe, Produktentwicklungen und Prozesse. Natürlich auch in Technik – aber erst dann, wenn alles andere klar ist.

MIS sind wahre Verführer

Reine Zahlenfriedhöfe, gern auch als MIS (Management Informations Systeme) angepriesen, sind wahre Verführer. Und wenn dann Chefcontroller an den Stellschrauben der Macht sitzen, wird Erbsenzählerei schnell zum Fetisch.

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