Beurteilung = Verurteilung

Leistungsbeurteilungen finden immer statt. Das hängt nicht nur mit der Art unseres Denkens zusammen (wir versuchen immer Probleme zu erkennen). Wenn wir Mitarbeiter beschäftigen, müssen Leistungen auch bewertet werden. Aus Sicht der Kunden brauchen wir schließlich auch gute Leistungen, welche von den Mitarbeitern erbracht werden. Also müssen wir bewerten, ob die Leistung dem entspricht, was Mitarbeiter auch für den Lohn schulden. Zusätzlich haben auch sie einen Anspruch auf die Bewertung, weil sie ja davon abhängig sind, dass sie nicht dauerhaft „schlecht“ bewertet werden. Die Folgen machen sich schließlich an vielen Stellen bemerkbar.

Unternehmen müssen sich weiterentwickeln

Zusätzlich müssen Unternehmen, welche sich im Wettbewerb befinden, sich ebenfalls weiterentwickeln. Sogenannte Lernkurven müssen genutzt werden, um das Unternehmen immer besser aufzustellen. Soweit also eigentlich keine Problembereiche. In der Praxis sieht es aber anders aus. Die Frage ist ja, WIE wird WAS überhaupt bewertbar? Klassische Beurteilungssysteme versagen schnell, wenn sie auf zählbare Ergebnisse herauslaufen, welche dann wiederum in eine Gehaltsgestaltung münden. Mitarbeiter kämpfen dann um diese Punkte.

Sympathie als Treiber für gute Bewertungen

Der Schwächere Part ist nicht selten der Vorgesetzte, der irgendwann müde wird, die richtigen Werte zu setzen. Daher werden diese Systeme in regelmäßigen Abständen auf den Prüfstand gestellt und nicht selten nach einigen Jahren neu aufgesetzt. Weiterhin ist zu beachten, dass nicht selten Sympathie ein wesentlicher Treiber für eine gute Bewertung ist. Oder kennen Sie wirklich viele sympathische Mitarbeiter, die eher schlechte Leistungen erbringen?

Die Leistungen besteht nicht nur aus wirtschaftlichen Ergebnissen

Selten sind Ergebnisse wirklich objektivierbar, weil die Leistung eben nicht nur aus wirtschaftlichen Ergebnissen besteht. Und wenn es beispielsweise um Vertriebsleistungen geht: nicht der Auftrag allein zählt, sondern auf Dauer eine stabile Kundenbasis. Wenn Vertriebler zu viel versprechen, was nicht unüblich ist, wird sich das später rächen. Kunden haben in dieser Beziehung ein Langzeitgedächtnis.

Faire Bewertungen erfordern eine umfangreiche Personalentwicklungsarbeit

Beurteilungen werden schnell zur Verurteilung, wenn nicht klar ist, wie die Ergebnisse der Arbeit überhaupt sein sollen. Verhalten ist ebenso wichtig wie das Ergebnis. Um hier zu fairen Bewertungen zu kommen, wäre eine umfangreiche Personalentwicklungsarbeit erforderlich – und das nicht nur für Führungskräfte. Diese wird letztlich ja auch vom Vorgesetzten erwartet, der täglich führt. Und das kann er nur, wenn er Teil des Systems ist und versteht, was von ihm in dieser Beziehung erwartet wird. Nicht nur zählbare Ergebnisse, sondern die Entwicklung von Mitarbeitern. Und das ist auf Dauer der wichtigste Teil der Arbeit.

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